Gemeinsam wachsen - Forum für Entwicklung und Begleitung in Gesundheit und Krankheit

Über die Spielgruppe bei Andrea Giesenberg

Mit unserem ältesten Sohn Jakob habe ich bereits die Spielgruppe von Andrea besucht und mir sind besonders die ruhige und entspannte Atmosphäre und der positive Umgang miteinander in Erinnerung geblieben. Daher war mir schnell klar, dass ich auch mit unserem zweiten Sohn Theo wieder zu Andrea wollte.

 

Der Spielraum wird liebevoll mit altersgerechten Spielsachen hergerichtet und strahlt Ruhe aus. Formschönes Holzspielzeug, Bälle und Alltagsgegenstände wie Bürsten und kleine Schalen gehören dazu, genauso wie Holzmöbel zum Klettern für die älteren Kinder. Jedes Kind kann sich frei bewegen und bekommt Anregung zum Entdecken und Probieren. Für mich als Mutter gilt es zu beobachten wie Theo mit den Gegenständen und seinen Altersgenossen umgeht. Genau dieses Beobachten und sich Zurücknehmen, empfinde ich als sehr positiv, und unterscheidet diese Spielgruppe positiv von vielen anderen Kursen die ich besucht habe. Es gibt keinen Leistungsdruck was mein Kind schon kann oder können müsste und die Kinder werden nicht ständig animiert dieses oder jenes zu tun. Andrea schafft eine Umgebung in der alle Kinder gut sind wie sie sind und sich ihre Interessen und Möglichkeiten entfalten können. Der Austausch mit den anderen Müttern kommt trotz des Beobachtens nicht zu kurz und Andrea hat immer ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme – die auch beim zweiten Kind immer noch mal auftreten.

 

Abgerundet wird die Stunde mit gemeinsamen Singen und z.B. mit dem „Bohnenbad“ – ein großes Highlight für beide meiner Kinder.

 

Verena, Mama von Jakob (4 Jahre) und Theo (1 Jahr) im März 2018

 

Mein Sohn Nick und ich besuchen seit über einem Jahr die Spielgruppe von Andrea Giesenberg.

 

Diese Spielgruppe ist schnell zu einem festen, sehr liebgewonnenen Bestandteil unseres Wochenrhythmus geworden und so ganz kann ich mir die bald kommenden Wochen ohne diesen friedlichen Ort und den "gesunden" und behutsamen Umgang mit den Kleinen noch nicht vorstellen - aber auch mein Kind entwächst so langsam dieser Gruppe.

 

Diese eine Stunde pro Woche hat nicht nur meinem Sohn, sondern auch mir als Mutter unheimlich viel Freude bereitet. Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist es herrlich, in Ruhe zu beobachten, wie die Kleinen zum Beispiel Rituale und deren Einleitung, Fingerspiele und Lieder aber auch Bewegungsmöglichkeiten (u.a. Klettern) in ihren Fundus übernehmen. In einer sehr angenehmen Atmosphäre spielen, lauschen, genießen, interagieren und probieren sie, ohne dabei jemals von der Leitung oder dem Ablauf überrumpelt zu werden.

 

Zum anderen sind es die klug ausgewählten Materialien und Rituale, die den Kindern oft nicht nur Freude oder Staunen, sondern auch sinnliches Erleben und Sich Selbst Entdecken ermöglichen. Das finde ich sehr wertvoll, wie auch die pädagogisch außerordentlich erfahrene und an Herzensbildung reiche Leitung der Gruppe, in diesem Fall Andrea Giesenberg. Bei Bedarf und spätestens an den Eltern- bzw. Themenabenden erfährt man außerdem Wissenswertes und Rat in Bezug auf Lebens- und Alltagsfragen im Rahmen der Familie.

 

Mein Sohn Nick geht ohne Ausnahme und mit deutlicher Vorfreude zu unserer Spielgruppe. Er fühlt sich dort absolut wohl und ich auch - die dort verbrachte Zeit wird immer eine sehr schöne Erinnerung sein. Danke

 

Nicks Mutter im Oktober 2013

 

Über einen Kurs zur Erkennung und Behandlung von Kinderkrankheiten bei Dr. med. Susanne Bischoff

Liebe Frau Dr. Bischoff,

 

 

vor einigen Jahren habe ich den Kurs zur Erkennung und Behandlung von Kinderkrankheiten bei Ihnen besucht.

Unsere Kinder waren ca. 2 Jahre alt und besonders bei Fieber hatte ich bis dahin gerne einen Fiebersaft zur Hand. Zu groß war die Unsicherheit, es könne insbesondere nachts zu Fieberkrämpfen kommen.

Durch den Kurs habe ich jedoch gelernt, dass jedes Fieber seine Maximaltemperatur erreicht und Fiebersäfte eher kontraproduktiv wirken: durch schnelles Absenken der Temperatur kann es dann zu einem schnellen Wiederanstieg und damit ggf. zum Krampf kommen.

Von diesem Zeitpunkt an habe ich die Kinder  (immer unter Beobachtung) ausfiebern lassen. Ich bin so  viel gelassener im Umgang mit Fieber geworden.

Zudem habe ich den Eindruck, dass die Kinder Krankheiten kürzer und stabiler durchstehen.

Ich möchte mich bei Ihnen an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die fürsorgliche und umfassende Aufklärung bedanken.

 

Herzliche Grüße

 

Sandra S.

 

Brief eines Vaters (August 2013)

 

"Fröhlich und ganz bei sich - so erlebte ich unseren Sohn (jetzt 6), wenn ich ihn von seiner Eurythmiestunde oder der Vorschulgruppe der Familien-Lebensschule Ahrensburg abholte.

Eurythmie und  "typischer Junge", passt das zusammen? Ja, es passt und zwar viel besser, als ich es je erwartet hatte! Auch die Teilnahme an der 2 1/2-stündigen Vorschulgruppe hat ihm einfach nur gut getan und einen riesengroßen Entwicklungsschritt nach vorne bewirkt - und zwar ohne, dass er dem "Druck" einer regulären Vorschulsituation ausgesetzt war. Feinmotorik, Kreativität und Konzentration wurden gefördert, auf spielerische und ungezwungene Art.

 

Daher an dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an Frau Kliemt und an Frau Furler-Ross!"

 

 

Über: "Krank was nun" bei Frau Dr. von Kries

„Liebe Frau Dr. v. Kries,

 

wir haben uns sehr gefreut, bei Ihnen diesen Kurs besuchen zu können:

In gewohnter Umgebung mit Baby in einem angemessenen Zeitrahmen! In einer sehr netten, überschaubaren Runde wurden wir über wichtige Erste-Hilfe-Massnahmen informiert.

Die zahlreichen Themen wurden sehr verständlich erläutert und waren übersichtlich strukturiert, unterstützt durch eine schriftliche Ausarbeitung mit Bildern für zuhause zum Nachschlagen.

So hat man auch schnell alle wichtigen Telefonnummern parat und kann

das erlernte Wissen jederzeit auffrischen!

Auch die praktischen Übungen mit der Babypuppe waren hilfreich und einprägsam. Zudem blieb noch Zeit für die Beantwortung zahlreicher Fragen. Eine wirklich sinnvolle, empfehlenswerte Veranstaltung, die uns bei Krankheiten und Unfällen unserer Kleinen hoffentlich nicht so schnell den Kopf verlieren lässt!

 

Viele liebe Grüsse!“

Über den Elternkurs

„Als Mutter zweier Kinder habe den Elternkurs der Familien-Lebensschule besucht ...

Die Gruppe erwies sich als eine nette und offene Ansammlung von Müttern und Vätern, die es bei der Erziehung „anders“ machen wollten. Bei Gesprächen mit Freundinnen wurde selten so offen gesprochen wie in dieser Gruppe.

Es hat mich sehr entlastet, auch mal Eltern mit ähnlichen Problemen zu treffen. Ich fühlte mich nicht so allein und stellte fest: Anderen geht es manchmal auch so wie mir.

Neben einer Einführung in die Entwicklungspsychologie von Kindern eröffnete mir auch das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg neue Sichtweisen.

Die neutrale und nicht bewertende Art, mit Situationen umzugehen, ließ mich manche Dinge neu angehen.

 

Die Methode der Rollenspiele mit Situationen, die Eltern erzählten (nur wenn sie wollten) und die dann nachgespielt wurden, hatte besonders große Wirkung auf mich.

Die Beobachtungen der Gruppe und die Befragung der Mitspieler: „Wie hast Du Dich als Mutter oder als Kind gefühlt“ waren sehr hilfreich.

Die „Spielenden“ konnten sich wirklich in die Kinder / Eltern hineinversetzen und -fühlen.

Danach wurde dieselbe Situation erneut gespielt - mit den Verhaltensweisen und Regeln der „Gewaltfreien Kommunikation“. Die Spielenden fühlten sich immer anders und die Situation verlief immer besser - und zwar für beide Seiten - Eltern und Kinder.

Es ist nicht immer leicht, sein Verhalten zu ändern, jedoch habe ich durch den Elternkurs genügend Anreize erhalten, es immer wieder zu versuchen.“

Brief einer Mutter …

Liebe Familien-Lebenschule!

 

Unsere Kinder Greta Maria (2) und Leo Frederik (6) sind so glücklich in den verschiedenen Angeboten Ihrer Institution, dass ich es hier einmal aufschreiben möchte, WAS so gut ist. Vielleicht interessiert es andere Mütter, die auch auf der Suche sind…

Greta fing mit ca. einem halben Jahr bei Viola Loschelder und danach bei Maren Quint im “Spielraum” bzw. in der Spielgruppe an, die Welt auch außerhalb des beschützenden Zuhauses zu erkunden.

In dieser neuen Umgebung, mit anderen kleinen Krabbelkindern konnte sie einfach sein! Sie konnte erkunden, beobachten, spielen und kuscheln. Ganz wie der freie Fluss es wollte. Kein prüfendes, einordnendes, schulendes Konzept, welches vor allem die Mutter unter Stress stellt, weil sie irgendetwas erreichen musste, sondern ganz frei dürfen die Kinder ihrer Entwicklung und Veranlagung gemäß spielen und erforschen und die Mütter schauen einfach nur zu.

Greta ist nun in der Kleinkindgruppe  bei Susanne Furler- Ross immer freitags. Hier lernt sie schon kleine Abläufe und Rhythmen des Tages kennen und darf Brötchen backen und manchmal auch “gaggi sein”. Herrlich, wie sie daran wächst, schon mal ein paar Stunden von Zu Haus weg zu sein. Wie stolz sie ist, dass sie es schon kann! Wie schön für mich, in der Zeit wirklich entspannen zu können, weil ich weiß, Sanne sorgt für ihre kleinen Schätze wie für ihre eignen Kinder. Schon ab Mitte der Woche freut sich Greta auf ihren “Sanne-Tag”.

Immer weitere kleine Schritte für unsere Greta, wenn sie behutsam und mit offenem Herzen begleitet gegangen werden können, dann ist es ganz leicht!

Danke Viola, Danke Maren, danke Sanne für Eure Schätze, die Ihr für unsere Kinder bereithaltet!

 

Kommentar einer Mutter zum SpielRaum

Zur Kursbeschreibung...

Ich erlebe den SpielRaum als eine etwas andere Spielgruppe, denn hier spielen die Eltern nicht mit ihren Kindern.

Eltern und Kinder finden im SpielRaum einen Ort der Begegnung, in dem einerseits die Eltern die nötige Ruhe haben, ihr Kind zu beobachten und wahrzunehmen und sich mit der Kursleiterin über das Kind und seine Entwicklung auszutauschen.

Andererseits trifft das Kind auf einen geschützten und anregenden Raum, in dem es zahlreiche Erfahrungen im fein- und großmotorischen Bereich sammeln kann.

Hierbei geht die Initiative immer vom Kind aus. D.h .auch, dass das Kind in seinem selbständigen Handeln nicht unterbrochen oder gar gelenkt wird, weder von seinen Eltern noch von der Kursleiterin.

Dem Kind - und auch den Eltern - werden aber von der Kursleiterin Hilfestellungen angeboten, wenn es zu Situationen kommt, in denen das Kind sich z. B. selbst gefährdet oder mit anderen Kindern erste Kontakte aufnimmt.

 

Im Unterschied zu anderen Spielgruppen wird im SpielRaum mit den Kindern ganz normal und unaufgeregt gesprochen, also nicht in Babysprache oder betont "pädagogisch". Auffällig ist auch, dass das Tun der Kinder zwar gesehen, aber nicht bewertet wird. Die Kinder spüren, dass sie etwas können und was sie können, und strahlen dabei eine Zufriedenheit und Freude aus, die ansteckend ist.

 

 

Sarah B.

 

 

Zum Kurs „Kinder stärken – mit Ritualen, Regeln und Grenzen“

Liebe Frau Meinecke,

 

als unser Sohn gut 1 Jahr war haben wir Ihren Kurs “Kinder erziehen mit Werten, Regeln und Ritualen” in der Familien-Lebensschule in Ahrensburg besucht.

Wir wollten gerne erfahren, wie wichtig es ist, unserem Kind Werte und Rituale mit ins Leben zu geben und wie wichtig es auch ist, ihm Grenzen und Regeln aufzuzeigen. Deshalb wurde unser Sohn für einen Tag von seiner Patentante betreut und wir hatten endlich mal Zeit uns ganz in Ruhe mit unserer Rolle als Eltern zu beschäftigen. Auch wenn Sie diesen Kurs dieses Jahr leider nicht anbieten, wollen wir Ihnen ein kurzes Feedback dazu geben.

Schon als wir den Seminarraum betreten haben, ist uns ihre sympathische, freundliche und lebensbejahende Art aufgefallen und dieser erste Eindruck hat sich während des Kurses nur verstärkt und vertieft.

Sie konnten uns lebhaft, anschaulich und sehr interessant aus ihrer umfangreichen privaten und beruflichen Erfahrung mit und von Kindern berichten und Sie konnten sich jeweils gut in die von uns Eltern geschilderten Situationen hinein versetzen und Tipps und Denkanstöße geben. Wir haben einige Impulse mit nach Hause genommen, aus denen wir mittlerweile feste Rituale und Regeln für uns gemacht haben.

Auch wenn es, wie gesagt, den von uns besuchten Kurs aktuell nicht gibt, können wir doch allen Eltern einen Kurs mit Frau Meinecke empfehlen, weil es gut, richtig und hilfreich ist, wenn man mal den “Eltern-Alltag” hinter sich lässt und sich in entspannter Atmosphäre der Probleme annimmt, die den Familien-Alltag stressig und anstrengend machen und die uns leider auch oft an unsere Grenzen bringen. Mit Tipps von einer “unparteiischen Dritten” kann man oft mit neuem Schwung an Herausforderungen und Probleme gehen und daran arbeiten. Viel Spaß wünschen wir & vielleicht sieht man sich ja?!

 

Viele Grüsse von A. und F. L. mit J.

Zum Angebot “Schreibwerkstatt” schreibt eine Teilnehmerin:

Da ich fest davon überzeugt war, eine Schreibblockade zu haben, meldete ich mich in der Familien-Lebensschule zum Schreibkurs an.

Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Es ging nicht darum, „korrekt“ zu schreiben, sondern vielmehr um den Prozess des Schreibens.

Uta Uhlmann leitete uns professionell an von Herzen zu schreiben oder besser: die Hand einfach schreiben zu lassen. Und es gelang mühelos. Anhand der Übungen lernte ich mich durch meinen eigenen Schreibprozess besser kennen. Und meine Kreativität wurde geweckt. Themen, die mir auf der Seele brannten, bekamen eine Form. Und ich konnte mich weiter entwickeln.

In der Gruppe herrschte eine sehr entspannte und herzliche Atmosphäre und nur wer wollte, las seinen Text vor. Das ermutigte, offen und ohne Hemmungen zu schreiben. Kein Text wurde bewertet oder gar kritisiert.

Viel Spaß machte mir auch das Schreiben kleiner Gedichte und Haikus.

Brief eines Vaters zum SpielRaum und zur Kleinkindgruppe

Sehr geehrte Frau Dr. Bischoff,

 

für das besondere und vielfältige Kursangebot, jedoch insbesondere für die Förderung der Kurse SpielRaum und die Spielgruppe durch die Kroschke Stiftung möchten wir Ihnen unseren Dank aussprechen.

Das reichhaltige und qualitativ hochwertige Kursangebot in unserer unmittelbaren Nachbarschaft hat unsere außerberufliche Zeit mit neuem Sinn und wertvollen Anregungen erfüllt.

Ganz besonders jedoch schätzen wir uns glücklich, durch die Förderung der Kroschke Stiftung unseren kleinen Sohn früh und sinnvoll an Kursen teilhaben zu lassen, die seine motorischen, sensorischen und sozialen Anlagen unserer Meinung nach auf bestmögliche, ungezwungene und dennoch fördernde Weise natürlich entwickeln und erhalten halfen und helfen.

Rückblickend möchten wir bereits heute sagen, dass wir den SpielRaum sowie die Spielgruppe als adäquate (früh-)kindliche Förderung nicht missen möchten.

Die Kursleiterinnen und Vortragenden besitzen eine hohe Kompetenz und das Ambiente und Zugänglichkeit der Familien-Lebensschule bietet eine äußerst willkommene Ergänzung als künstlerisches, pädagogisches oder therapeutisches Angebot, das, so hoffen wir, noch vielen Menschen dieser Region offenstehen, anregen und helfen möge.

 

 

Familie B.

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Erfahrungsbericht einer Mutter zum Elternkurs

mit Frau Otterbein und Frau Dr. Bischoff

Ich bin Mutter eines sechsjährigen Sohnes und einer dreijährigen Tochter.

Bei der „Zusammenarbeit“ (Erziehung) mit meinen Kindern – besonders mit meinem Sohn – kam ich manchmal an herausfordernde Situationen, die mich „überforderten“.

Besonders nach solchen Konfliktsituationen mit meinem Sohn wusste ich, dass es auch noch einen anderen Weg geben musste als den, den ich in dieser Situation gewählt habe.

In den Buchhandlungen findet man eine Vielzahl an „Erziehungsratgebern“, die einem die „Erziehung“ erleichtern sollen. Allerdings sind diese Tipps oft allgemein gehalten und obwohl dort mit Fallbeispielen gearbeitet wird, ist es schwierig, daraus Tipps für die eigene Situation und dem eigenen Kind zu finden.

Ich entschied mich deshalb, einen Elternkurs zu besuchen.

Ich hatte Glück, denn sie Gruppe unter der Leitung von Frau Dr. Bischoff und Frau Otterbein erwies sich als eine nette und offene „Ansammlung“ von Müttern und Vätern, die es anders machen wollten.

Die Einführung in die Entwicklungspsychologie von Kindern gab mir – und sicherlich auch anderen Teilnehmern - die Erkenntnis, dass ich oft „zu viel“ von meinem Sohn verlangt habe.

Bei Gesprächen mit Freundinnen wurde selten so offen gesprochen wie in der Gruppe.

Das hat mich sehr entlastet – auch mal Eltern mit ähnlichen Problemen in der Erziehung zu treffen.

Ich fühlte mich nicht so allein und stellte fest: „Ich bin nicht allein. Anderen geht es manchmal auch so wie mir!“

Die Aussage unserer Anleiterinnen, dass es um die „Schuld-Frage“ nicht gehen würde, entlastete mich ebenfalls sehr und ich fasste neuen Mut, um Dinge zu verändern.

Das Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Rosenberg war für mich anfangs ungewohnt. Die neutrale und nicht bewertende Sichtweise auf Situationen eröffnete mir neue Möglichkeiten,  mit Dingen umzugehen.

Die Methode der Rollenspiele mit Situationen, die die Eltern erzählten (nur wenn sie wollten) und die dann nachgespielt wurden, hatte besonders große Wirkung auf mich.

Die Beobachtungen der Gruppe und die Befragung: „Wie hast Du Dich als … Mutter/Sohn gefühlt“ der Mitspielenden eröffnete mir immer wieder neue Einsichten. Die „Spielenden“ konnten sich wirklich in die Kinder / Eltern hineinversetzen und fühlen.

Das „Spielen“ derselben Situation mit anderen Verhaltensweisen und Regeln der „Gewaltfreien Kommunikation“ war ebenfalls immer sehr interessant und aufschlussreich. Die „Spielenden“ fühlten sich immer anders und die Situation verlief immer besser – und zwar für beide Seiten – Eltern und Kindern!

Es ist nicht immer leicht, sein Verhalten zu ändern, jedoch habe ich durch diesen Kurs genügend Anreize erhalten, es immer wieder zu versuchen!

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Brief eines Vaters zum Kurs von Frau Meinecke

Eine Patentlösung kann man bei diesem Kurs nicht mit nach Hause nehmen.

Dafür bekommt man eine Menge gute Tipps und Anregungen wie man sinnvoll mit seinen Kindern umgehen bzw. sie erziehen kann.

Die Kursleiterin Frau Cristina Meinecke arbeitet sonst im Emmi-Pikler-Haus in Berlin als Heilpädagogin. Sie arbeitet somit nach pädagogischen Grundsätzen von Emmi Pikler und Rudolf Steiner. Auch Jesper Juul wird gerne von ihr zitiert.

Man hört ihr gerne zu, da sie in sich selber zu ruhen scheint.

Man fühlt sich auch nicht fehlerhaft, da sie die eine oder andere Anekdote aus ihrem Leben erzählt, welches auch nicht immer rund verlief.

Frau Meinecke versteht den Kursinhalt mit oder ohne Rollenspiele zu vermitteln.

Die Teilnehmer haben aber nicht nur in diesem Punkt die Möglichkeit den Kurs mit zu gestalten. Inhaltlich geht es unter anderem um die „persönliche Autorität“.

Wie setzt man sinnvoll Grenzen, wie gibt man dem Kind Orientierung und Sicherheit? Es geht um eigene Bedürfnisse und um die des Kindes, um Körpererfahrung und eine herzgebundene Kommunikation.

Wenn man nur ein bisschen vom Inhalt zu Hause umsetzen kann, hat man glaube ich eine Menge erreicht und gewonnen.

Für mich persönlich ein sehr wichtiger Punkt: Die Kinder wollen die Weltordnung kennenlernen. Wer sollte sie ihnen beibringen, wenn nicht wir Eltern?

Als Fazit kann ich sagen, eine durchaus wertvolle Investition in die Beziehung zu meinen Kindern.

 

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"Jede Erziehung ist Selbsterziehung" - Interview mit Dr. med Susanne Bischoff

Mein Kind und mich selbst verstehen lernen.

 

Das Interview erschien im "Hinweis September 2013"

 

„Eltern sind manchmal einsam. Der Alltag mit komplexen Anforderungen führt oft zu Grenz- und Überforderungssituationen. Man fühlt unbewusst den Anspruch, möglichst perfekt zu sein und möchte alles so gut wie nur möglich machen. Dies führt zu einem Leistungsdruck und damit zu noch mehr Stress. Aber kein Kind will perfekte Eltern oder vollkommene Bedingungen haben. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir uns selbst in unserer Unvollkommenheit akzeptieren und gemeinsam die Liebe leben.“

 

Das Interview basiert u. a. auf Vorträgen und Elternkursen von Frau Dr. med. Susanne Bischoff, die im ersten Halbjahr 2013 in der Familien-Lebensschule Ahrensburg stattfanden: „ Elternkurs“ „Manchmal kann ich nicht mehr“ „Kraftquellen finden“.

 

Interviewpartnerin: Dr. med. Susanne Bischoff, verheiratet, 2 Enkelkinder. Beginn der medizinischen Ausbildung als Allgemeinärztin, dann Fachärztin für Pädiatrie; Ausbildung zur Psychotherapeutin für Erwachsene, Kinder und Jugendliche; ab Beginn des Studiums erlernen der Anthroposophischen Medizin, seit einigen Jahren auch anthroposophische Psychotherapie.

 

Vor 20 Jahren Gründung einer Kinder- und Jugendärztlichen Praxis; Fortbildungen für Eltern, Lehrer, Ärzte und TherapeutInnen; 7 Jahre Heimärztin im Vogthof; 15 Jahre Schulärztin an der Christophorus-Schule; vor 6 Jahren Gründung der Familien-Lebensschule, eines gemeinnützigen Vereins und des Therapeutikums, sowie Gründung des Familien-Gesundheitszentrums Ahrensburg zusammen mit Dr. Stefan Smidt-Begemann, Kinder-und Jugendarzt und Gisela Fulda-Peiler, anthroposophische hausärztliche Internistin.

 

„Die Familienlebensschule und das Therapeutikum sind begründet worden als notwendige Ergänzung der kinderärztlichen Arbeit, um Eltern und Kindern einen Raum zu ermöglichen, in dem sie Fähigkeiten im Umgang miteinander entwickeln können, die gemeinsame Zeit genießen und sich aneinander freuen, sich mit anderen austauschen, die vielen kleinen individuellen Entwicklungsschritte wahrnehmen lernen. Sie können sich selbst und das Kind in seiner Entwicklung und in Grenzsituationen verstehen lernen, und dadurch entstehen neue Handlungsmöglichkeiten wie von selbst. Unser Leitbild ist: wahrnehmen üben, verstehen lernen, entscheiden können, gemeinsam wachsen. Jeder ist der Experte seines eigenen Kindes, wenn er die in ihm schlummernden Fähigkeiten weckt. Wir wollen Entwicklungsbegleiter für die Kinder und Eltern sein.“

 

C. P.: In welcher Situation befinden sich heute Eltern?

 

Dr. med. Susanne Bischoff: In meiner 20-jährigen Praxis als Kinder- und Jugendärztin und Psychotherapeutin hat sich viel verändert. Oft gibt es keine Großeltern in der Nähe, die die Eltern entlasten könnten, oder sie sind selbst noch im Beruf. Der Lebensdruck und die Zukunftsunsicherheit mit den beruflichen Anforderungen sind stärker; Freunde mit ähnlichen Einstellungen zu finden ist manchmal schwerer.

Viele Eltern beurteilen die Entwicklungsschritte ihrer Kinder nach be- stimmten, vorgegebenen Zeitfenstern und vergleichen diese mit der Entwicklung anderer Kinder, immer ein wenig mit der sorgenvollen Frage: Ist mein Kind normal entwickelt? Die Einschulung erfolgt früher. Man stellt sich die Frage: Werden die Fähigkeiten reichen, damit mein Kind die Schule gut bewältigen kann? Auch lebt es wenig in unserer Gesellschaft, dass man mit akuten, unkomplizierten Krankheiten als notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten umgeht, für die man als Eltern viel Zeit und Kraft braucht und von der Arbeit so lange freigestellt werden muss, bis das Kind gesund ist.

man fühlt unbewusst den Anspruch, möglichst perfekt zu sein

So sind Eltern manchmal einsam. Der Alltag mit komplexen Anforderungen führt oft zu Grenz- und Überforderungssituationen. Man fühlt unbewusst den Anspruch, möglichst perfekt zu sein und möchte alles so gut wie nur möglich machen, traut sich oft nicht nach Beratung oder Hilfe zu fragen, um sich keine Blöße zu geben. Dies führt zu einem vermehrten Leistungsdruck und damit zu einem Teufelskreislauf, der das Stressniveau erhöht. Aber kein Kind will perfekte Eltern oder vollkommene Bedingungen haben – das Kind sucht sich die Eltern und die Bedingungen aus. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir uns selbst in unserer Unvollkommenheit und auch unvollkommene Bedingungen akzeptieren und die Liebe gemeinsam leben.

mit dem ersten Blick öffnet sich ein weiter Raum

 

Christine Pflug: „Die Liebe gemeinsam leben“. Ist es das, auf was es bei einem kleinen Kind vor allem ankommt?

 

Dr. med. S. Bischoff: Die Liebe ist eine große Kraftquelle – sie ist immer da. Sie fängt an mit dem Bewusstsein schwan- ger zu sein, mit der Vorfreude, dann kommt die Geburt und dann der erste Blick des Kindes. Mit diesem ersten Blick öffnet sich ein weiter Raum, in den man wie in eine höhere Welt hineinschaut und – vielleicht auch unbewusst – wie umfangen wird von dem, was das Kind mitbringt. Von diesem ersten Blick ist man tief innerlich berührt, und damit wird diese Quelle der Liebe freigelegt. Sie wird dann oft überschüttet durch überfordernde Situationen im Alltag. Manchmal weiß man nicht, wie man die Bedürfnisse des Kindes einschätzen soll. Um das zu können, ist es wichtig, sich nicht nur auf die Geburt, sondern auch auf das Kind vorzubereiten. Das bedeutet, dass man sich selbst ein wenig kennen muss, z. B. welche Bedürfnisse man selbst hat. Kann ich Hunger und Durst oder auch Wärme spüren? Merke ich, wann ich ruhebedürftig bin?

 

C. P.: Manche Menschen wissen gar nicht, was und wie sie das spüren sollen. Wie können sie das lernen?

 

Dr. med. S. Bischoff: Man kann auf die Suche danach gehen – das ist ein Lernprozess. Beispielsweise merkt man zumindest die Müdigkeit. Dann sucht man den Punkt vor der Müdigkeit, wo man spürt, dass sie kommt. Den wird man immer finden. Er ist ganz besonders wichtig, weil die Kinder oft anfangen zu weinen, nicht weil sie Bauchschmerzen oder Hunger haben, sondern weil sie müde sind. Wenn man das beim Kind er-

kennt, schon ein wenig bevor die Müdigkeit kommt, kann man auch sehen, dass es jetzt wichtig ist, das Kind schlafen zu legen. Und so kann man dann eher einen Rhythmus finden.

„Wie umhülle ich mein Kind körperlich und seelisch?“

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Eine Mutter hatte mit ihrem eigenen Kind eine sehr traumatische Geburt hinter sich. Sie war selbst ein eher ängstlicher Mensch. In der Schwangerschaft traten Komplikationen auf. Nach der Geburt war sie wie „ausgedünnt“, auch seelisch. Sie hatte sich sehr an dem Kind erfreut, hatte aber kaum noch Kraft. Das Kind schrie und schrie und schrie, weil es diesen Stress während der Schwangerschaft mitbekommen hatte und auch ein Nerven-Sinnes-Kind war. Die Mutter selbst vergaß wegen der Aufregung zu essen und zu trinken, dann wurde ihre Milch weniger. Wir fingen an, sie zu begleiten, und es ging zunächst darum, dass die Mutter versorgt wurde – in dem Fall vom Vater. Das ging hin bis zu Körpereinölungen, damit sie sich wie- der wohl fühlte. Genauso ging es dann weiter mit dem Kind: „Wie umhülle ich mein Kind körperlich und seelisch? Wie führe ich jetzt einen Rhythmus ein? Wie erkenne ich den Hunger, die Müdigkeit, die Bauchschmerzen möglichst schon ein wenig vorher, damit ich dem entgegenwirken kann? Wann erweitert mein Kind seine Grenzen, d. h. wann kann ich es ein wenig früher hinlegen, oder muss es noch getragen und gehalten werden?“

 

C. P.: Demnach werden die Väter auch stark miteinbezogen?

Dr. S. Bischoff: Selbstverständlich! Das gilt für sie genau so wie für die Mütter. Die positive Signatur der heutigen Familien ist die, dass Väter viel mehr involviert sind. Oft entsteht beim Kind, bereits schon beim Baby, zu beiden Elternteilen eine gleich starke Bindung. Die Väter fühlen sich heute stärker verantwortlich und lernen, sich in einen Säugling hineinzuversetzen.

 

C. P.: Sie sagen: „Nur eine Mutter, der es einigermaßen gut geht, kann auch für ihr Kind da sein.“ Das ist theoretisch völlig einsichtig. Wenn aber eine Mutter drei bis vier Kinder hat, ist das schwierig

zu realisieren. Was geben Sie solchen Menschen mit auf den Weg?

 

Dr. S. Bischoff: Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen. Eine Mutter hat drei Jungen, alle sind äußerst unterschiedlich. Einer von den Söhnen verhält sich so, dass er das gesamte Familienleben immer wieder durcheinanderbringt, weil er sich von allen schnell bedroht fühlt, wenn es nicht nach seinen Vorstellungen verläuft. Die Mutter hat – wie geschildert – den Anspruch an sich, die Erziehung sehr gut machen zu wollen, scheitert immer wieder und fühlt sich dann schuldig. Ohne dass alle oft schreien und weinen, ist das Familienleben kaum möglich. Die erste Maßnahme war, dass sie sich in ihrer Unvollkommenheit annehmen konnte – „Ich muss nicht perfekt sein, ich darf mittelmäßig sein“. Ich vermittelte ihr, dass es nicht in erster Linie darum geht, das Schreien zu vermeiden; wenn man erst einmal losgeschrien hat – dann ist es zunächst wichtig, dies zu akzeptieren. Sie sollte dann auf die Suche gehen, ob es noch andere Verhaltensmöglichkeiten gibt. Speziell in dieser Familie waren alle Kinder in einer unterschiedlichen Entwicklungsphase, und es war wichtig, darauf zu achten, an welchem Punkt das jeweilige Kind stand. Das dreijährige Kind machte gerade die Wutphase durch. Der Ältere ging in Richtung Zahnwechsel und war von da- her sehr sensibel, hatte viele Stimmungsschwankungen; außerdem war er ein Nerven-Sinnes-Kind, dem alles schnell sehr nahe ging. Der Kleine lief erstmal quasi so mit, störte aber die Geschwister, weil er alles kaputt machte. Insofern war die Frage: Was ist bei dem einzelnen Kind gerade dran? Der Mittlere musste seine Wutphasen haben dürfen, und es war wichtig zu wissen: „Wenn er wütet, ist er in sich gefangen, aber er will mich damit nicht angreifen. Wenn er tut, was ich nicht möchte, hat das nichts mit mir zu tun.“ Viele Eltern fühlen sich dann angegriffen und betrachten ihr Kind wie einen Partner, argumentieren mit ihm, appellieren an die Vernunft etc. In Rollenspielen finden die Eltern aber heraus, dass das Kind gar nichts mehr hört, es möchte einfach nur durchsetzen, was es haben will. Wenn man sich da einen Augenblick zurücknimmt, beruhigt und sagt: „Du darfst deine Wut haben, darfst verzweifelt sein, weil es für Dich schwierig ist nicht das zu bekommen, was du möchtest“, dann kann man dem Kind zutrauen, da hindurchzugehen und hinterher ist es wie ein Gewitter vorbei. Wichtig ist, sich in sich selber einzufühlen und sich zuzugestehen, dass einen das zur Weißglut bringt; dann sich in das Kind einzufühlen, spüren, welche Distanz das Kind jetzt zu einem braucht, ob man in der Nähe bleiben soll oder z.B. in ein anderes Zimmer gehen soll. „Wenn Du dich ausgeweint hast, kannst Du gerne wieder kommen.“ Da es das Alter der Nachahmung ist, wird das Kind irgendwann kommen, und es ist dann wichtig, dass das Kind getröstet und in den Arm genommen wird, weil es ja selbst nicht weiß, wie es zu diesem Gewitter gekommen war. Das Kind im ersten Jahrsiebt braucht immer das Gefühl: egal was war - jetzt ist es wieder gut.

 

 

C. P.: Wenn solch ein Wutanfall aber im Supermarkt passiert, ist das megapeinlich ...

 

Dr. med. S. Bischoff: Einerseits ja – aber es gibt keine Peinlichkeit: Jeder von uns hat diese Phase gehabt und das gehört zum Leben.

Die übliche Reaktion bei einem Wutanfall ist die, dass man in einen Wettkampf eintritt, um peinliche Situationen zu vermeiden. Man erfüllt dann – im Supermarkt – den Wunsch, oder bei den Eltern kommt Hilflosigkeit und Ohnmacht hoch, was ja die Rückseite ihrer eigenen Wut ist. Wenn man dem Kind den Wunsch erfüllt, lernt es: Ich werfe mich auf den Boden, und dann kriege ich immer, was ich will. Oder man erfüllt den Wunsch nicht, wird innerlich sehr angespannt und bestraft das Kind. Die dritte Möglichkeit ist, dass man minutenlang argumentiert – das wirkt auch nicht. Die Lösung besteht darin, dass man in sich selber spürt: „Es ist wirklich unangenehm – aber es macht nichts“,

Wenn man dem Kind den Wunsch erfüllt, lernt es: Ich werfe mich auf den Boden, und dann kriege ich immer, was ich will.

und dann fühlt man sich in das ein, was das Kind gerade erlebt. Es ist in sich gefangen, weiß nicht, was es machen soll; es will mich nicht angreifen, sein Verhalten hat mit mir gar nichts zu tun. Man begleitet es innerlich dabei, dass es diesen Kampf jetzt auch ausleben darf. Wichtig in solchen Situationen ist auch, dass man lernt, die eigene Wut und Peinlichkeit auszuhalten.

 

C. P.: Das muss man sich aber vorher richtig vornehmen!?

 

Dr. S. Bischoff: Es wäre schön, wenn man darauf vorbereitet wäre. Und das kann man nur, wenn man die eigenen Reaktionsweisen versteht, die oft mit der eigenen Kindheit zu tun haben. Das, was meine Eltern mit mir gemacht haben, sitzt tief in mir drin, und so reagiere ich unbewusst. Wenn man zu- ordnen kann, was man von den eigenen Eltern übernommen hat, kann man auf die Suche gehen, wie man es selbst machen möchte. Die andere Vorbereitung liegt darin, dass man die Entwicklungsphasen und die Konstitution der Kindes versteht: was braucht mein

Kind?

Zusammenfassend möchte ich an einem Beispiel deutlich machen, worauf es im ersten Jahrsiebt ankommt. Bei einem Elternabend „Manchmal kann ich nicht mehr“ ging es um die kindliche Entwicklung. Alle Eltern waren sehr erschöpft und angespannt, weil sie ihre Kinder optimal auf das Leben vorbereiten wollten. Als sie dann gehört hatten, was im ersten Jahrsiebt passiert, fasste das eine Mutter zum Schluss so zusammen: „Wenn es nur ums Wachsen und Spielen geht und nicht um Leistung, dann muss ich selbst gar nichts leisten und kann mich ja vollkommen entspannen. Dann darf ich ja auch mittelmäßig sein.“ Das fand ich exemplarisch.

 

C. P.: Im zweiten Jahrsiebt gibt es im Alter von ca. 9 2/3 eine Krise, der sog. Rubikon. Was ist das und was passiert da?

 

Dr. S. Bischoff: Das zweite Jahrsiebt steht unter dem Motto „Die Welt ist schön“. Die Kinder haben Freude, etwas zu gestalten. Sie identifizieren sich ganz mit ihrem Lehrer und auch mit ihren Eltern. Dann kommt ein Einbruch, wo ein tiefes Gefühl sagt: „Ich bin doch ein ganz eigener Mensch, ich bin anders als die anderen.“ Das findet oft unbewusst statt und führt zu einem Einsamkeitsgefühl und zu einer Verunsicherung. Bei vielen Kindern merkt man es nicht, sie ziehen sich ganz leise ein bisschen zurück, andere Kinder haben Stimmungsschwankungen, die oft mit einer richtigen Pubertät verwechselt werden. Die Kinder stellen Fragen wie zum Beispiel: „Woher komme ich? Was passiert nach dem Tod? Seid ihr meine richtigen Eltern?“ Nicht wenige Kinder entwickeln große Ängste, die fast psychiatrisch werden können. Sie wollen nicht mehr in die Schule, können nicht mehr alleine im Zimmer sein, können nachts nicht schlafen. Es kommen für die Eltern sehr erschreckende Sätze: „Wenn du stirbst, will ich auch sterben.“ Zum ersten Mal beschäftigen sie sich mit dem Tod und der Unendlichkeit. Rudolf Steiner sagt, dass es eigentlich der am meisten tief greifende Einschnitt in der Entwicklung ist, und es geht darum, das besonders liebevoll zu begleiten. Wenn vorher ein schrittweises Loslassen, Vertrauen, Zutrauen notwendig war, ist jetzt wieder mehr Umhüllung dran – in dem Vertrauen, dass das Kind diese Angst bewältigen wird und mit der Haltung: „Ich mute dir jetzt zu, eine bestimmte Sache ein wenig zu üben, mit meiner Hilfe.“ Beispielsweise mögen manche Kinder nicht mehr einkaufen gehen. Dann bleibt man ein Stück im Hintergrund, und lässt das Kind selbst einkaufen. Die eigene positive Überzeugung, dass das Leben einen tiefen Sinn hat, wirkt tief in die Seele der Kinder hinein und hilft ihnen, diese Klippe zu überwinden.

 

C. P.: Und wenn sie nicht mehr in die Schule wollen?

 

Dr. S. Bischoff: Dann braucht es wirklich Beratung für das Kind und für die Eltern. Man geht in kleinen Schritten vor und begleitet das Kind therapeutisch, z. B. mit Kunsttherapie. Auch da ist es wichtig, dass die Eltern das Kind nicht mit Angst begleiten, sondern mit tiefem Vertrauen. Dann kommt ein Einbruch, wo ein tiefes Gefühl sagt: „Ich bin doch ein ganz eigener Mensch, ich bin anders als die anderen.“

 

C. P.: Manchmal haben die Eltern aber eine berechtigte Angst, z. B. die Arbeit zu verlieren, die Existenz gefährdet zu sehen, sie machen eine Scheidung durch und wissen nicht, wie es weiter geht etc. Auch ist es in Biografien so, dass gera- de zu diesem Zeitpunkt im Leben durch ein äußeres Ereignis eine Erschütterung kommt. Wie wirkt sich das auf das Kind im Rubikon aus?

 

Dr. S. Bischoff: Für die Eltern ist es wie- der wichtig sich zuzugestehen, dass man selbst Angst hat und dass das sein darf, man sich aber nicht von ihr beherrschen lassen darf.

Beispielsweise ist es bei einer Trennung der Eltern so, dass die Kinder oft vorher Schwierigkeiten haben, wenn es in der

Ehe unausgesprochene Probleme gibt. Wenn die Eltern sich dann trennen und dem Kind vermitteln, dass es keine Schuld hat und dass sie gewillt sind, weiter miteinander zu sprechen, ist das oft nicht so schlimm. Manchmal wirken die Kinder wie befreit, jedenfalls in dieser Altersstufe. Auch da kommt es nicht darauf an, Belastungen zu vermeiden, sondern die Art und Weise, wie man damit umgeht, wahrhaftig und mit Vertrauen, ist entscheidend.

Natürlich müssen die Eltern für sich auch Unterstützung holen, damit die Kinder nicht erleben, dass sie für die Eltern da sein müssen und in eine partnerschaftliche Rolle gedrängt werden. Davor müssen sie geschützt werden.

Die Mädchen beschäftigen sich mehr damit, was die Umwelt über sie denkt. Die Beziehungsgestaltung wird enorm wichtig,

 

C. P.: Welche Krisen gibt es im dritten Jahrsiebt? Ist es so, dass Mädchen manchmal „zickig“ werden und Jungen nicht reden?

 

Dr. S. Bischoff: Die Mädchen beschäftigen sich mehr damit, was die Umwelt über sie denkt. Die Beziehungsgestaltung wird enorm wichtig, deshalb auch das viele Chatten. Die Jungen werden sich selber zum Rätsel und ziehen sich eher zurück oder sie haben Gefühlsausbrüche. Ich habe dazu ein Praxisbeispiel aus der psychotherapeutischen Arbeit. Ein vierzehnjähriges Mädchen lebt mit ihrer Mutter, die vom Vater getrennt ist. Sie fühlt sich von ihrem Vater nicht mehr akzeptiert, meint, dieser bevorzuge die ältere Schwester. Es gibt mit der Mutter ständige Diskussionen über die Zeit und den Umfang des Chattens. Wenn die Mutter nicht mehr weiter weiß, schickt sie das Mädchen einfach aufs Zimmer und setzt sich mit ihr nicht mehr aus- einander. Das Mädchen hatte sich dann ganz zurückgezogen, sprach nicht mehr mit der Mutter, wollte nicht mehr in die Schule gehen und auch nicht mehr zum Vater. Es wurde deutlich, dass sie dadurch, dass sie in Konfliktsituationen ins Zimmer geschickt wurde, sich total einsam fühlte und von allen nicht mehr geliebt. Sie kam ganz depressiv in meine Praxis und ich dachte, es wird ein schweres Problem werden. Wir haben nur herausgefunden, dass sie sich in dieser Situation von aller Welt verlassen fühlte. Es war wichtig, dass sie in Zukunft bei der Mutter bleiben darf. Die Mutter kam dann auch in meine Praxis, und es stellte sich interessanterweise heraus, dass sie in ihrer eigenen Pubertät auch immer weggeschickt wurde und sie nie gelernt hatte, Konflikte auszutragen. Sie liebten sich tief, die Mutter war hilflos, das

Mädchen fühlte sich einsam und wollte den Kontakt haben. Beide bekamen die Aufgabe, bei Auseinandersetzungen zusammenzubleiben. Die Tochter darf bleiben, darf schreien, die Mutter darf auch laut werden – aber sie sollen sich auseinandersetzen, sich in die Gefühle des Anderen hineinversetzen und ein Verständnis für die gegenseitigen Bedürfnisse entwickeln. Nach einiger Zeit kam das Mädchen wieder zu mir und war völlig verändert: Sie strahlte, sie ging zur Schule, besuchte wieder den Vater. Sie fühlte sich von ihrem Vater immer noch nicht akzeptiert, sagte aber strahlend: „Ich habe ja meine Mama.“ Beide hatten Tränen in den Augen.

Es war wieder das zentrale Grundthema: Ich lerne mich selber zu verstehen und mein Kind in seiner Entwicklungsphase und dadurch erweitere ich meine eigenen Grenzen. Damit ermögliche ich meinem Kind, dass es mit seinen Entwicklungsknotenpunkten und Einseitigkeiten umgehen kann.